Photovoltaik, Wärmepumpe, alternative Wärmeerzeuger — welche Technik sich für Sie rechnet, entscheidet nicht der Prospekt, sondern Ihr Gebäude, Ihre vorhandene Heizung und Ihr Budget. Diese Seite ordnet die drei Bereiche so ein, dass Sie vor dem ersten Gespräch wissen, worüber Sie reden wollen. Und ja: Eine ehrliche Beratung heißt manchmal, von einer Technik abzuraten — ein unsaniertes Haus mit 55 °C Vorlauf und alten Gussheizkörpern ist kein Wärmepumpen-Projekt, solange die Hydraulik nicht stimmt.
Die meisten Anfragen beginnen mit demselben Satz: „Wir wollen weniger für Energie zahlen.“ Das ist ein gutes Ziel — aber es beantwortet nicht, ob zuerst das Dach, der Heizungskeller oder die Gebäudehülle dran ist. Die folgende Übersicht stellt die drei Bereiche nebeneinander, mit den Kriterien, die in der Praxis tatsächlich über die Entscheidung bestimmen.
Alle Geldbeträge sind Richtwerte aus abgeschlossenen Projekten im Großraum München — Einfamilienhaus, normale Zugänglichkeit, keine Sonderstatik. Nach oben und unten gibt es Ausreißer; ein verwinkeltes Dach mit vier Ausrichtungen oder ein Heizungskeller, der zuerst entkernt werden muss, verschiebt jede dieser Zahlen.
| Kriterium | Photovoltaik & Speicher | Wärmepumpe | Alternative Systeme |
|---|---|---|---|
| Wofür geeignet | Photovoltaik Eigenen Strom erzeugen, Haushalt, Wärmepumpe und E-Auto versorgen. Wirkt unabhängig vom Gebäudealter — auch am unsanierten Altbau sinnvoll. | Wärmepumpe Vollständiger Ersatz von Öl- oder Gasheizung. Am stärksten bei niedrigen Vorlauftemperaturen und ganzjährigem Warmwasserbedarf. | Alternative Gebäude, bei denen die Wärmepumpe technisch oder wirtschaftlich nicht trägt: Denkmalschutz, sehr hoher Wärmebedarf, kein Aufstellplatz. |
| Voraussetzungen am Gebäude | Photovoltaik Tragfähiges Dach, Restlebensdauer der Eindeckung > 15 Jahre, Ausrichtung Ost bis West, geringe Verschattung. Platz für Wechselrichter und Speicher, Zählerschrank nach aktueller Norm. | Wärmepumpe Heizlast bekannt, Vorlauftemperatur im Auslegungsfall ≤ 55 °C, hydraulisch abgleichbares Verteilnetz, Aufstellfläche im Freien mit ausreichendem Nachbarabstand. | Alternative Solarthermie: 6–12 m² Dachfläche plus Pufferspeicher. Biomasse: Lagerraum ab 5 m³, Schornstein, Anlieferung mit Silofahrzeug möglich. |
| Typische Investition Richtwerte | Photovoltaik 11.000–15.000 € für 10 kWp ohne Speicher, 17.000–24.000 € mit 10 kWh Speicher. Ohne Umsatzsteuer (§ 12 Abs. 3 UStG). | Wärmepumpe 22.000–34.000 € Luft/Wasser inklusive Hydraulik, Speicher und Demontage der Altanlage. Sole/Wasser mit Erdsonden + 10.000–16.000 €. Vor Förderung. | Alternative Solarthermie 6.000–11.000 €, Pellet-Brennwertkessel 26.000–38.000 €, Hybrid mit vorhandener Therme 14.000–22.000 €. Vor Förderung. |
| Förderfähigkeit | Photovoltaik Kein BEG-Zuschuss. Stattdessen 0 % Umsatzsteuer, Einspeisevergütung nach EEG und auf Wunsch ein zinsgünstiger KfW-Kredit. | Wärmepumpe BEG EM über die KfW, Grundförderung 30 %, mit Boni bis 70 % der förderfähigen Kosten. Antrag vor Auftragserteilung. | Alternative Solarthermie und Biomasse sind förderfähig, Hybridsysteme anteilig für den erneuerbaren Anlagenteil. Biomasse zusätzlich mit Emissionsminderungszuschlag. |
| Amortisation | Photovoltaik 9–13 Jahre ohne Speicher, mit Speicher eher 11–15 Jahre. Je höher der Eigenverbrauch, desto kürzer — Einspeisen allein rechnet sich kaum noch. | Wärmepumpe 10–16 Jahre gegenüber einer Gasheizung, nach Förderung. Bei Ölheizung und hohem Verbrauch deutlich schneller, bei Erdgas und mildem Verbrauchsprofil langsamer. | Alternative Solarthermie 12–18 Jahre, Biomasse stark brennstoffpreisabhängig. Hybridsysteme amortisieren sich vor allem über die vermiedene Komplettsanierung. |
| Aufwand der Installation | Photovoltaik 1–2 Tage Dacharbeit, 1 Tag Elektro. Der Haushalt bleibt bewohnbar, nur die Netzanmeldung braucht Vorlauf. | Wärmepumpe 3–5 Tage. Warmwasser und Heizung sind währenddessen zeitweise nicht verfügbar — im Winter planen wir eine Übergangslösung ein. | Alternative Solarthermie 2 Tage, Pelletkessel 4–6 Tage inklusive Lagerraum, Austragung und Schornsteinsanierung. |
Richtwerte aus Projekten im Großraum München, Einfamilienhaus mit 120–180 m² Wohnfläche, Bruttopreise inklusive Montage und Inbetriebnahme. Keine Angebotsgrundlage — die verbindliche Zahl entsteht nach dem Vor-Ort-Termin.
Wenn Budget für nur eine Maßnahme da ist, ist die Antwort in den meisten Fällen zuerst die Photovoltaik: geringere Investition, kein Eingriff in die Wärmeversorgung, keine Abhängigkeit vom Sanierungsstand. Die Wärmepumpe folgt sinnvoll, sobald Vorlauftemperatur und hydraulischer Abgleich geklärt sind. Umgekehrt gilt: Steht die alte Heizung kurz vor dem Ausfall, hat der Wärmeerzeuger Vorrang — eine Notreparatur im Januar ist die teuerste aller Varianten.
Ihr persönliches Kraftwerk auf dem Dach. Photovoltaikmodule wandeln Sonnenlicht direkt in Gleichstrom um, der Wechselrichter macht daraus haushaltsüblichen Wechselstrom. Was Sie in dem Moment verbrauchen, in dem er erzeugt wird, ersetzt Strom, den Sie sonst für rund 30 ct/kWh gekauft hätten. Was übrig bleibt, geht in den Speicher — und erst danach ins Netz, wo es aktuell nur noch etwa 7,9 ct/kWh einbringt. Diese Differenz ist der ganze Kern der Wirtschaftlichkeit: Eigenverbrauch schlägt Einspeisung um den Faktor vier.
Deshalb dimensionieren wir nicht nach maximaler Dachbelegung, sondern nach Ihrem Lastprofil. Ein Vier-Personen-Haushalt ohne E-Auto und ohne Wärmepumpe kommt selbst mit einem großzügigen Speicher selten über 65–75 % Eigenverbrauchsanteil. Kommt eine Wärmepumpe dazu, verschiebt sich alles: Der Winterverbrauch steigt genau dann, wenn die Anlage am wenigsten liefert — dafür trägt die Anlage im Sommer die komplette Warmwasserbereitung.
Auf dem Dach sitzen Module auf einer Unterkonstruktion mit geprüften Dachhaken; dazu gehört eine Wind- und Schneelastberechnung nach Standort, für München mit Schneelastzone 2 keine Formalie. Im Haus arbeiten Wechselrichter, Speicher, Überspannungsschutz und der Zählerschrank zusammen. Wir vermessen jedes Dach vorab per Drohne und rechnen die Verschattung durch Kamin, Gaube und Nachbarbaum stundenweise über das Jahr durch — ein einzelner Baum kann bei ungünstiger Stringführung mehr Ertrag kosten, als zwei zusätzliche Module bringen.
Denkmalgeschützte Gebäude sind kein Ausschlusskriterium, aber ein Genehmigungsthema. Wir klären das im Vorfeld mit der unteren Denkmalschutzbehörde ab; in mehreren Fällen war eine homogene Full-Black-Belegung genehmigungsfähig, in anderen nur die Hoffläche.
Aus 1 kWh Strom bis zu 4 kWh Wärme. Eine Wärmepumpe erzeugt keine Wärme, sie transportiert sie: Sie entzieht der Außenluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser Energie, hebt deren Temperaturniveau über einen Verdichter an und gibt sie an den Heizkreis ab. Der Strom treibt nur den Verdichter an — drei Viertel der gelieferten Wärme kommen aus der Umwelt und sind kostenlos. Dieses Verhältnis ist die Jahresarbeitszahl, und sie ist keine Produkteigenschaft, sondern ein Ergebnis der Planung.
Denn die JAZ hängt fast vollständig an einer Größe: der Temperatur, die der Heizkreis verlangt. Jedes Grad weniger Vorlauf bringt etwa 2,5 % mehr Effizienz. Eine Anlage, die im Auslegungsfall mit 35 °C arbeitet, erreicht im Jahresmittel problemlos JAZ 4,0; dieselbe Maschine an einem Heizkreis mit 60 °C landet bei 2,6 — und aus der versprochenen Ersparnis wird eine Enttäuschung mit Stromrechnung.
Am Anfang steht die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, raumweise, abgeglichen mit dem realen Verbrauch der letzten drei Jahre. Daraus ergibt sich, ob die vorhandenen Heizkörper die Leistung bei niedrigem Vorlauf noch abgeben. Häufig genügt es, in drei bis vier Räumen größere Flächen zu setzen statt im ganzen Haus Fußbodenheizung zu verlegen. Dazu kommen der hydraulische Abgleich, ein Aufstellplatz mit ausreichendem Abstand zur Nachbargrenze und der Nachweis nach TA Lärm — nachts 35 dB(A) am Immissionsort im reinen Wohngebiet, was bei enger Bebauung tatsächlich zur Auswahlfrage des Geräts wird.
Umgekehrt ist der Bestand kein Ausschlusskriterium. Moderne Propan-Geräte mit R290 erreichen Vorlauftemperaturen bis 75 °C und machen damit auch Sanierungen ohne Heizkörpertausch möglich — nur eben mit ehrlich gerechneter, niedrigerer Jahresarbeitszahl statt mit Prospektwerten.
Nicht jedes Gebäude ist ein Wärmepumpen-Gebäude. Es gibt den denkmalgeschützten Vierseithof, bei dem keine Außeneinheit genehmigt wird. Es gibt das Bauernhaus mit 40.000 kWh Wärmebedarf, bei dem eine Wärmepumpe zwar funktioniert, aber eine Stromrechnung erzeugt, die niemand haben will. Und es gibt den Betrieb, der eine bestehende Gas-Brennwertkaskade nicht in einem Schritt ersetzen kann. Für diese Fälle planen wir Solarthermie, Biomasse und Hybridlösungen — technisch sauber statt nach Katalog.
Kollektoren erzeugen keine Elektrizität, sondern direkt Wärme, und zwar mit einem Flächenwirkungsgrad, den keine Photovoltaik erreicht. Im Sommer deckt eine Anlage mit 8–10 m² den Warmwasserbedarf eines Vier-Personen-Haushalts nahezu vollständig, im Jahresmittel etwa 50–60 %. Der große Vorteil: Der Wärmeerzeuger bleibt von Mai bis September komplett aus — das schont einen Pelletkessel messbar mehr als jede Wartung.
Pellet-Brennwertkessel sind dort die wirtschaftlichste Antwort, wo der Wärmebedarf hoch und die Dämmung schlecht ist, weil ihre Effizienz nicht von der Vorlauftemperatur abhängt. 70 °C Vorlauf kosten einen Kessel praktisch nichts an Wirkungsgrad — eine Wärmepumpe würde daran zerbrechen. Voraussetzung sind ein Lagerraum von mindestens 5 m³, ein geeigneter Schornstein und eine Zufahrt für das Silofahrzeug. Der Brennstoff kommt regional, die Preisentwicklung ist ruhiger als bei Gas, aber nicht immun.
Bivalent-parallel heißt: Die Wärmepumpe übernimmt 80–90 % der Jahresarbeit, die vorhandene Gastherme springt nur an den wenigen sehr kalten Tagen ein. Das spart die Auslegung auf den Extremfall, macht den Heizkörpertausch entbehrlich und halbiert oft die Investition. Es ist ein Zwischenschritt, kein Endzustand — und wir sagen dazu, dass die fossile Komponente eines Tages ersetzt werden muss.
Beide Techniken funktionieren einzeln. Gemeinsam geplant verändern sie jedoch die Rechnung grundlegend, und zwar aus vier voneinander unabhängigen Gründen.
Der größte Schwachpunkt einer reinen PV-Anlage ist der Sommerüberschuss, der für 7,9 ct/kWh ins Netz geht. Eine Wärmepumpe schafft ganzjährig Grundlast: Warmwasser braucht auch im Juli etwa 3–4 kWh Strom pro Tag, und genau die kommen dann vom eigenen Dach. Statt 70 % Eigenverbrauchsanteil sind mit Wärmepumpe und Speicher 80 % realistisch — jede so verschobene Kilowattstunde ist rund 22 ct wert statt der Einspeisevergütung.
Im Winter liefert die PV-Anlage wenig, das lässt sich nicht wegplanen. Was sich planen lässt, sind die Übergangsmonate: März, April, September und Oktober tragen einen erheblichen Teil der Heizarbeit, und dort deckt die Anlage einen großen Teil des Wärmepumpenstroms. Über das Jahr gerechnet erreichen unsere Projekte mit 12 kWp und 10 kWh Speicher typischerweise 55–70 % Autarkie — ein Wert, den keine der beiden Anlagen allein erreicht.
Wärmepumpen zählen als steuerbare Verbrauchseinrichtung. Wer sie beim Netzbetreiber anmeldet, erhält im Gegenzug reduzierte Netzentgelte — wahlweise als pauschale jährliche Reduzierung oder als prozentualer Rabatt auf den Arbeitspreis. Der Netzbetreiber darf die Leistung im Gegenzug in Ausnahmefällen kurzzeitig auf 4,2 kW begrenzen; bei einem korrekt ausgelegten Pufferspeicher merken Sie davon nichts. Wir melden die Anlage an und rechnen beide Module durch, weil sich je nach Verbrauch mal das eine, mal das andere lohnt.
Wenn beide Gewerke aus einer Hand kommen, wird der Zählerschrank einmal umgebaut statt zweimal, das Energiemanagement kennt Erzeugung und Wärmebedarf im selben System, und die Wärmepumpe kann ihren Betrieb aktiv in die Ertragsstunden verschieben — Warmwasser wird mittags bereitet, nicht um sechs Uhr früh. Zwei getrennt beauftragte Firmen liefern zwei Regelungen, die sich gegenseitig nicht kennen. Das ist der Punkt, an dem in der Praxis die meisten Prozentpunkte Eigenverbrauch verloren gehen.
Auch wenn Sie die Wärmepumpe erst in einigen Jahren planen: Sagen Sie es beim PV-Beratungstermin. Wir legen dann Zählerschrank, Leitungsquerschnitte und Wechselrichter so aus, dass die spätere Erweiterung ohne zweiten Umbau möglich ist. Das kostet heute wenig und spart später einen vierstelligen Betrag.
Der Rahmen ist bei allen drei Bereichen gleich, die Inhalte der einzelnen Schritte unterscheiden sich deutlich — eine Dachvermessung per Drohne ersetzt keine Heizlastberechnung, und eine Netzanmeldung ist etwas anderes als die Abnahme durch den Bezirksschornsteinfeger. Die technischen Details je Technologie stehen auf den Detailseiten.
Details je Technologie: Photovoltaik & Stromspeicher, Wärmepumpen & Heiztechnik, Alternative Energiesysteme.
Für den Heizungstausch greift die Bundesförderung für effiziente Gebäude — Einzelmaßnahmen (BEG EM), abgewickelt über KfW und BAFA. Die Zuschüsse sind erheblich, aber an Bedingungen geknüpft, und sie werden pro Vorhaben einzeln geprüft.
Photovoltaik wird nicht über die BEG bezuschusst. Dort greifen die Umsatzsteuerbefreiung nach § 12 Abs. 3 UStG, die Einspeisevergütung nach EEG und auf Wunsch ein zinsgünstiger KfW-Kredit.
Förderkonditionen, Boni, Höchstbeträge und Antragswege ändern sich regelmäßig — teils unterjährig und teils mit sehr kurzer Vorlaufzeit. Die hier genannten Werte sind eine Orientierung und keine Zusicherung. Welche Förderung in Ihrem Fall tatsächlich möglich ist, prüfen wir individuell vor der Angebotserstellung und weisen sie im Angebot getrennt aus. Der Antrag muss vor Auftragserteilung gestellt sein; ein bereits beauftragtes Vorhaben ist nicht mehr förderfähig.
Baujahr, Wohnfläche, aktuelle Heizung, Verbrauch der letzten drei Jahre — mehr brauchen wir für eine erste belastbare Einschätzung nicht. Die kostet nichts, verpflichtet zu nichts, und sie endet gelegentlich mit dem Satz „das lohnt sich bei Ihnen so nicht“.