Aus 1 kWh Strom werden bis zu 4 kWh Wärme — wenn die Anlage zum Gebäude passt. Auf dieser Seite erklären wir vollständig, wie die Technik arbeitet, welche Normen und Pflichten in Deutschland gelten, wie gefördert wird und wie ein Projekt bei Generation Solar abläuft. Auch dann, wenn die ehrliche Antwort einmal „noch nicht“ lautet.
Eine Wärmepumpe erzeugt keine Wärme — sie transportiert sie. Genau deshalb kann sie mehr Wärme liefern, als sie an Strom aufnimmt. Sie entzieht der Umgebung Wärme auf niedrigem Temperaturniveau, hebt dieses Niveau technisch an und gibt die Wärme im Haus wieder ab. Der Strom bezahlt nicht die Wärme, sondern nur den Transport. Das ist der ganze Trick — und zugleich der Grund, warum eine schlecht geplante Anlage so viel schlechter arbeitet als eine gut geplante: Je weiter die Wärme „nach oben gepumpt“ werden muss, desto teurer wird der Transport.
Im Inneren zirkuliert ein Kältemittel, das schon bei sehr niedrigen Temperaturen verdampft. Es durchläuft geschlossen und immer wieder dieselben vier Stationen:
Welche Quelle die richtige ist, entscheidet nicht der Katalog, sondern das Grundstück, das Gebäude und das Budget.
Die mit Abstand häufigste Bauart: Ein Ventilator saugt Außenluft an, ein Wärmeübertrager entzieht ihr Energie. Keine Bohrung, keine wasserrechtliche Erlaubnis, vergleichsweise geringe Investition. Der Nachteil ist physikalisch: Genau dann, wenn am meisten Wärme gebraucht wird, ist die Quelle am kältesten — die Effizienz sinkt an Frosttagen.
Ein Wasser-Frostschutz-Gemisch („Sole“) zirkuliert im Erdreich. Ab wenigen Metern Tiefe liegt die Bodentemperatur ganzjährig etwa zwischen 8 und 12 °C — die Quelle bleibt also im Januar so gut wie im Oktober. Das ergibt die höchsten Jahresarbeitszahlen und einen praktisch geräuschlosen Betrieb ohne Außeneinheit.
Die effizienteste, aber auch anspruchsvollste Variante. Über einen Förder- und einen Schluckbrunnen wird Grundwasser genutzt, das ganzjährig rund 8 bis 12 °C hat. Sie setzt eine ausreichende Schüttung, geeignete Wasserqualität (Eisen- und Mangangehalt!) und immer eine wasserrechtliche Erlaubnis voraus. Wir prüfen das vor jedem Angebot gemeinsam mit der zuständigen Behörde.
Drei Kennzahlen, die gern verwechselt werden. Der Unterschied entscheidet über Ihre Heizkostenabrechnung:
Wir bauen in jede Anlage einen Wärmemengenzähler ein. Nur damit lässt sich die JAZ überhaupt messen — und nur was gemessen wird, lässt sich nach der ersten Heizperiode nachjustieren. Angebote ohne Wärmemengenzähler sind billiger und im Betrieb teurer.
Der wichtigste Hebel für die Effizienz liegt nicht im Gerät, sondern im Haus. Je geringer der Abstand zwischen Quellentemperatur und Vorlauftemperatur, desto weniger Arbeit muss der Verdichter leisten. Als grobe, in der Praxis gut belastbare Faustregel gilt: Jedes Grad weniger Vorlauftemperatur verbessert die Jahresarbeitszahl um rund 2 bis 3 Prozent.
Von 55 °C auf 40 °C abzusenken bedeutet also grob ein Drittel weniger Stromverbrauch — ohne dass am Gerät irgendetwas verändert wurde. Deshalb steht bei uns vor jedem Angebot die Frage: Mit welcher Vorlauftemperatur kommt dieses Gebäude im Winter wirklich aus? Und deshalb ist der Austausch von drei unterdimensionierten Heizkörpern oft die wirtschaftlichere Investition als das größere Gerät.
Der Satz „Wärmepumpen funktionieren im Altbau nicht“ ist falsch. Der Satz „Wärmepumpen funktionieren überall“ ist es ebenso. Richtig ist: Eine Wärmepumpe funktioniert in jedem Gebäude, das im Winter mit einer moderaten Vorlauftemperatur warm wird. Ob Ihr Gebäude dazugehört, lässt sich mit einfachen Mitteln herausfinden — lange bevor irgendjemand ein Angebot schreibt.
Der aussagekräftigste Test kostet nichts und braucht nur einen kalten Wintertag:
In etwa jedem sechsten Bestandsprojekt empfehlen wir, vor dem Heizungstausch etwas anderes zu tun. Typische Reihenfolgen:
Eine Wärmepumpe ist nicht in jedem Fall die richtige Antwort. Wir empfehlen ausdrücklich eine Hybrid- oder Biomasselösung, wenn eines davon zutrifft:
In diesen Fällen zeigen wir Ihnen unter Alternative Energiesysteme, was stattdessen sinnvoll ist. Ein Auftrag, der nach fünf Jahren zu hohen Stromrechnungen führt, nützt uns nichts.
Kaum eine Haustechnik ist in Deutschland so dicht reguliert wie die Wärmepumpe — von Energierecht über Immissionsschutz und Wasserrecht bis zum Anschluss ans Stromnetz. Das ist kein Selbstzweck: Fast jede dieser Regeln existiert, weil sie einen konkreten Fehler verhindert. Hier steht, was jede Vorschrift für Sie als Bauherr praktisch bedeutet — und welche Pflicht wir für Sie übernehmen.
Das GEG verlangt, dass jede neu eingebaute Heizung zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben wird. Eine Wärmepumpe erfüllt diese Anforderung ohne weiteren Nachweis. Im Neubau innerhalb eines Neubaugebiets gilt die Vorgabe bereits seit dem 1. Januar 2024.
Im Bestand ist die Vorgabe an die kommunale Wärmeplanung gekoppelt: Sie greift erst, wenn die Gemeinde ihre Wärmeplanung vorgelegt hat — spätestens Mitte 2026 in Städten über 100.000 Einwohnern (also auch in München) und spätestens Mitte 2028 in kleineren Gemeinden. Bis dahin dürfen bestehende Heizungen weiterlaufen und im Havariefall repariert werden. Fällt eine Heizung endgültig aus, greifen mehrjährige Übergangsfristen, in denen auch eine Übergangslösung eingebaut werden darf.
Sie müssen Ihre funktionierende Heizung nicht austauschen. Aber: Wer den Tausch selbst plant statt ihn von einem Defekt erzwingen zu lassen, hat die Ruhe für Heizlastberechnung, Angebotsvergleich und Förderantrag — und bekommt in aller Regel die deutlich höhere Förderquote. Der Klimageschwindigkeitsbonus setzt sogar eine noch funktionstüchtige alte Heizung voraus.
Die DIN EN 12831 (mit dem nationalen Beiblatt für Deutschland) regelt, wie die Norm-Heizlast eines Gebäudes berechnet wird: raumweise, aus Bauteilaufbauten, Flächen, Wärmebrücken, Lüftungswärmeverlust und der Norm-Außentemperatur des Standorts. Für München ist das ein Auslegungswert im Bereich von etwa minus 14 °C.
Das Ergebnis ist die Grundlage für alles Weitere: Gerätegröße, Heizkörperauslegung, Pufferspeicher, Volumenströme. Ohne Heizlastberechnung ist jede Auslegung geraten. Und geraten wird in der Praxis fast immer nach oben — mit teuren Folgen: Eine überdimensionierte Wärmepumpe taktet, das heißt sie schaltet ständig ein und aus, verschleißt den Verdichter und verliert spürbar an Jahresarbeitszahl.
Eine zu große Wärmepumpe ist der häufigste und teuerste Planungsfehler im Bestand.
Aus unserer Projektpraxis
Die VDI 4645 ist die Planungsrichtlinie für Heizungsanlagen mit Wärmepumpen in Gebäuden bis 70 kW Heizleistung. Sie beschreibt den kompletten Weg von der Gebäudeaufnahme über die Quellenwahl und die Betriebsweise (monovalent, monoenergetisch oder bivalent) bis zur Dokumentation und Übergabe. Sie ist außerdem die Grundlage der anerkannten Fachbetriebsqualifikation für Wärmepumpen.
Für Sie ist das der Qualitätsmaßstab, an dem Sie Angebote vergleichen können: Ein Angebot nach VDI 4645 nennt Heizlast, Bivalenzpunkt, Auslegungsvorlauftemperatur, Speichervolumen und den Deckungsanteil des Heizstabs. Ein Angebot ohne diese Angaben nennt nur einen Preis.
Beim hydraulischen Abgleich wird jedem Heizkörper genau der Volumenstrom zugewiesen, den er für seine Raumheizlast braucht — statt dass der nächstgelegene Heizkörper das meiste Wasser abbekommt und die entfernten Räume kalt bleiben. Das Verfahren B nach dem VdZ-Formblatt ist die genaue Variante: raumweise Heizlast, Heizkörperleistung, berechnete Einstellwerte an voreinstellbaren Ventilen. Das einfachere Verfahren A auf Basis von Schätzwerten reicht dafür nicht.
Für die Heizungsförderung ist der hydraulische Abgleich nach Verfahren B verpflichtend und muss dokumentiert werden. Wir führen ihn aus, protokollieren die Einstellwerte je Heizkörper und übergeben Ihnen das ausgefüllte Formblatt — es gehört zu den Nachweisen für den Verwendungsnachweis.
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist eine Anlage im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes und muss so errichtet und betrieben werden, dass schädliche Umwelteinwirkungen vermieden werden. Konkretisiert wird das durch die TA Lärm. Maßgeblich sind die Immissionsrichtwerte am Immissionsort — also am nächstgelegenen schutzbedürftigen Fenster des Nachbarn, nicht an Ihrer Grundstücksgrenze:
| Reines Wohngebiet (WR) | 50 dB(A) tags · 35 dB(A) nachts |
|---|---|
| Allgemeines Wohngebiet (WA) | 55 dB(A) tags · 40 dB(A) nachts |
| Mischgebiet (MI) | 60 dB(A) tags · 45 dB(A) nachts |
| Nachtzeitraum | 22:00 – 06:00 Uhr |
Die Nachtwerte sind der Engpass — nicht die Tagwerte. Und die Physik ist unerbittlich: Der Schalldruck fällt mit der Entfernung ab, eine Verdopplung des Abstands bringt rund 6 dB(A). Umgekehrt heben Reflexionen an Wänden den Pegel deutlich an: Eine Aufstellung in einer Ecke zwischen zwei Hauswänden kann mehrere Dezibel kosten. Genau deshalb ist der Aufstellort die wichtigste einzelne Entscheidung der gesamten Planung — wichtiger als das Fabrikat.
Wir erstellen für jede Außenaufstellung eine Schallimmissionsprognose auf Basis des Herstellerschallleistungspegels und der tatsächlichen Geometrie — inklusive Reflexionszuschlägen. Reicht der Abstand rechnerisch nicht, planen wir zuerst um (anderer Aufstellort, Schallschutzhaube, Nachtabsenkung des Verdichters) und erst danach über die Geräteauswahl. Ein nachträglicher Nachbarschaftsstreit ist teurer als jede Umplanung.
Die seit 2024 geltende neue F-Gase-Verordnung der EU löst die Vorgängerregelung ab und senkt die zulässigen Mengen fluorierter Treibhausgase über einen festen Stufenplan bis zum vollständigen Ausstieg. Für Wärmepumpen gelten dabei je nach Bauart und Leistung gestaffelte Verbotstermine für Kältemittel mit hohem Treibhauspotenzial.
Für Sie ist das vor allem eine Frage der Ersatzteil- und Servicesicherheit über zwanzig Jahre Betriebszeit. Anlagen mit R290 (Propan) sind davon nicht betroffen: Propan ist ein natürliches Kältemittel mit einem Treibhauspotenzial von etwa 3 und fällt nicht unter die Beschränkungen für F-Gase. Es hat zudem thermodynamisch günstige Eigenschaften und erreicht hohe Vorlauftemperaturen — deshalb empfehlen wir R290-Geräte im Bestand grundsätzlich. Und es ist der Grund, warum diese Geräte den Effizienzbonus der Förderung auslösen.
Propan ist brennbar (Sicherheitsgruppe A3) und schwerer als Luft. Daraus folgen klare, aber gut beherrschbare Aufstellregeln, die sich aus den einschlägigen Sicherheitsnormen für Kälteanlagen und den Herstellervorgaben ergeben:
Diese Bereiche prüfen wir beim Vor-Ort-Termin und dokumentieren sie in der Planung. In der überwiegenden Zahl der Grundstücke ist das eine Frage von einem Meter Verschiebung — kein Ausschlusskriterium.
Erdwärmesonden und Grundwasserbrunnen greifen in den Untergrund und damit in ein geschütztes Gut ein. Vor der ersten Bohrung steht daher immer ein Verfahren:
Planen Sie für dieses Verfahren realistisch mehrere Wochen bis wenige Monate ein. In Teilen des Münchner Umlands sind Erdsonden wegen Wasserschutzgebieten oder gespannter Grundwasserverhältnisse eingeschränkt oder ausgeschlossen — das klären wir vorab, nicht nach Auftragserteilung.
Eine Wärmepumpe ist eine größere elektrische Verbrauchseinrichtung und muss beim Netzbetreiber angemeldet werden. Maßgeblich ist die Anwendungsregel VDE-AR-N 4100 (Technische Anschlussregeln Niederspannung): Ab einer Bemessungsleistung von 4,2 kVA ist eine Anmeldung und die Zustimmung des Netzbetreibers erforderlich; die Anmeldung erfolgt durch einen im Installateurverzeichnis eingetragenen Elektrofachbetrieb — bei uns durch die eigene Elektroabteilung.
Seit dem 1. Januar 2024 gilt zusätzlich § 14a EnWG: Neu angeschlossene steuerbare Verbrauchseinrichtungen über 4,2 kW — dazu zählen Wärmepumpen ebenso wie Wallboxen und Nachtspeicherheizungen — müssen bei Netzengpässen vom Netzbetreiber vorübergehend in der Leistung reduziert werden können. Eine vollständige Abschaltung ist dabei nicht zulässig; eine Mindestleistung bleibt garantiert.
Die Steuerbarkeit ist keine Einschränkung, sondern der Zugang zu reduzierten Netzentgelten. Sie wählen zwischen einer pauschalen jährlichen Reduzierung des Netzentgelts und einer prozentualen Reduzierung des Arbeitspreises; ergänzend existiert ein Modul mit zeitvariablen Netzentgelten. Zusammen mit einem separaten Wärmepumpentarif liegt der Arbeitspreis dadurch typischerweise mehrere Cent je Kilowattstunde unter dem Haushaltsstromtarif. Die Netzanmeldung und die Anmeldung nach § 14a übernehmen wir vollständig.
Die Heizungsförderung ist der größte einzelne Hebel auf den Preis — und sie ist der Grund, warum die Reihenfolge der Schritte so wichtig ist. Gefördert wird der Einbau einer Wärmepumpe als Einzelmaßnahme über die Bundesförderung für effiziente Gebäude — Einzelmaßnahmen (BEG EM). Für selbstnutzende Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohngebäuden läuft der Zuschuss über die KfW unter dem Programm 458 „Heizungsförderung“.
| Grundförderung | 30 % — für jede förderfähige Wärmepumpe |
|---|---|
| Klimageschwindigkeitsbonus | 20 % — beim Austausch einer alten, funktionstüchtigen fossilen Heizung |
| Einkommensbonus | 30 % — bis 40.000 € zu versteuerndes Haushaltseinkommen, selbstgenutzt |
| Effizienzbonus | 5 % — natürliches Kältemittel (z. B. R290) oder Erdreich/Wasser als Wärmequelle |
| Maximale Förderquote | 70 % — Deckel, auch wenn die Summe rechnerisch höher liegt |
| Förderfähige Höchstkosten | 30.000 € für die erste Wohneinheit im Einfamilienhaus |
| Maximaler Zuschuss (EFH) | 21.000 € — 70 % von 30.000 € |
Wichtig zum Verständnis der Zahlen: Die Boni sind additiv, aber durch die 70-Prozent-Grenze gedeckelt. Grundförderung plus Klimageschwindigkeits- plus Einkommensbonus ergäbe rechnerisch bereits 80 Prozent — ausgezahlt werden dennoch höchstens 70. Der Effizienzbonus lohnt sich also vor allem dann, wenn Sie den Einkommensbonus nicht in Anspruch nehmen können.
Der Klimageschwindigkeitsbonus setzt voraus, dass die alte Heizung noch funktionstüchtig ist und ausgetauscht wird — bei Gasheizungen zusätzlich, dass sie ein Mindestalter erreicht hat. Bei Öl-, Kohle- und Nachtspeicherheizungen entfällt die Altersgrenze. Wer wartet, bis der Kessel endgültig ausfällt, verschenkt diesen Bonus.
Alle hier genannten Fördersätze, Boni, Höchstgrenzen und Verfahrensschritte geben den Stand vom Juli 2026 wieder. Förderrichtlinien, Boni und Antragswege werden regelmäßig angepasst, Haushaltsmittel können begrenzt oder befristet sein, und einzelne Boni laufen nach Plan über die Jahre aus. Diese Seite ist deshalb ausdrücklich keine Förderzusage und keine Rechtsberatung.
Wir prüfen Ihre konkrete Förderfähigkeit vor jedem Angebot individuell gegen die dann gültige Richtlinie und weisen den Betrag aus, der bei Ihnen tatsächlich ankommt. Ergänzend prüfen wir Programme des Freistaats Bayern und der Landeshauptstadt München sowie mögliche Kombinationen mit einem KfW-Ergänzungskredit.
Luft-Wasser-Wärmepumpe mit R290, Austausch einer 22 Jahre alten Gasheizung, Gesamtkosten 30.000 € brutto. Grundförderung 30 % + Klimageschwindigkeitsbonus 20 % + Effizienzbonus 5 % = 55 % = 16.500 € Zuschuss. Eigenanteil 13.500 €. Mit Einkommensbonus greift der 70-Prozent-Deckel: 21.000 € Zuschuss, Eigenanteil 9.000 €.
So läuft ein Wärmepumpenprojekt bei Generation Solar ab. Die Dauern sind Erfahrungswerte aus Sanierungsprojekten im Großraum München — nicht die Bestzeit aus dem Prospekt.
Zwischen Erstkontakt und Baubeginn liegen in der Regel zwei bis vier Monate. Der Vor-Ort-Termin dauert etwa 90 Minuten und ist kostenlos: Gebäudeaufnahme, Heizungsraum, Zählerschrank, Aufstellort, Verbrauchsdaten. Danach folgen Heizlastberechnung und Angebot (etwa eine Woche), Vertrag mit aufschiebender Bedingung, Förderantrag und Zusage (je nach Auslastung der KfW meist zwei bis sechs Wochen). Parallel läuft die Netzanmeldung. Lieferzeiten für Geräte liegen aktuell typischerweise bei vier bis zehn Wochen, bei Sole-Anlagen kommt das wasserrechtliche Verfahren und der Bohrtermin hinzu.
Raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, Aufnahme und Bewertung jedes vorhandenen Heizkörpers, Festlegung der Auslegungs-Vorlauftemperatur und des Aufstellorts inklusive Schallprognose.
Frostsicheres Fundament oder Konsolen, Kernbohrung für die Leitungsführung, Aufstellung und Ausrichtung der Außeneinheit, Kondensatableitung, Einhaltung der R290-Schutzbereiche.
Rückbau und fachgerechte Entsorgung von Kessel und Öltank, Anschluss von Inneneinheit, Pufferspeicher und Warmwasserbereitung, Elektroinstallation und Zählerplatz. Warmwasser bleibt bis auf wenige Stunden verfügbar.
Hydraulischer Abgleich nach Verfahren B, Heizkurve einstellen, Inbetriebnahme, Wärmemengenzähler aktivieren, Einweisung und Übergabeprotokoll mit allen Einstellwerten.
Modellrechnung für ein saniertes Einfamilienhaus mit 140 m² im Großraum München. Alle Annahmen stehen darunter — damit Sie die Zahlen mit Ihren eigenen Werten nachrechnen können. Es sind Richtwerte, keine Zusicherung.
| Jahreswärmebedarf | 18.000 kWh (Heizung + Warmwasser) |
|---|---|
| Jahresarbeitszahl (JAZ) | 3,6 (Luft-Wasser, Bestand, 45 °C Vorlauf) |
| Strompreis Wärmepumpentarif | 0,27 €/kWh brutto |
| Gaspreis | 0,11 €/kWh brutto inkl. CO₂-Preis |
| Jahresnutzungsgrad Altkessel | 85 % (Gaskessel Baujahr um 2005) |
| Wartung Gas | 250 €/Jahr inkl. Schornsteinfeger |
| Wartung Wärmepumpe | 150 €/Jahr |
| PV-Deckung (Variante 3) | 25 % des WP-Stroms zu 0,10 €/kWh Gestehungskosten |
Gas: 18.000 kWh ÷ 0,85 = 21.200 kWh Gasbezug × 0,11 € = 2.330 €, plus 250 € Wartung. Wärmepumpe: 18.000 kWh ÷ 3,6 = 5.000 kWh Strom × 0,27 € = 1.350 €, plus 150 € Wartung. Mit PV: 3.750 kWh aus dem Netz, 1.250 kWh vom eigenen Dach. Investitionskosten und Förderung sind hier bewusst nicht enthalten — es geht ausschließlich um die laufenden Kosten.
Luft-Wasser- und Sole-Wasser-Wärmepumpen — von der besonders leisen Premium-Anlage bis zum kompakten Einsteigersystem.
| Segment | Hersteller (Beispiel) | Argumentation |
|---|---|---|
| High-End Maximale Effizienz und Garantie | NIBE / OchsnerS-Serie · AIR FALCON / TERRA | Die richtige Wahl bei enger Bebauung und knappen Grenzabständen: extrem leiser Betrieb, höchste Jahresarbeitszahlen und Vorlauftemperaturen, mit denen auch der Altbau ohne Heizkörpertausch auskommt. Dazu eine ausgereifte Anbindung an Hausautomation und PV-Überschusssteuerung. |
| Mid-Class Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis | Vaillant / ViessmannaroTHERM plus · Vitocal 250-A | Der deutsche Standard und in den meisten Sanierungen die wirtschaftlichste Antwort. Natürliches Kältemittel R290, flächendeckender Werkskundendienst und schnelle Ersatzteilversorgung — im Servicefall nach zehn Jahren ist genau das entscheidend. Fördertechnisch unkritisch und langfristig sicher. |
| Low-Cost Bewährte Technik, bester Preis | Wolf Heiztechnik / DaikinCHA-Monoblock · Altherma 3 | Kompakt, kosteneffizient und schnell installiert. Ideal im Neubau mit Fußbodenheizung und niedriger Vorlauftemperatur oder dort, wo der Aufstellplatz begrenzt ist. Solide Serientechnik zu einem Einstiegspreis, bei dem die Förderquote den Eigenanteil besonders stark senkt. |
Alle Angaben sind Beispielhersteller · Stand 2026. Die passende Auslegung ergibt sich aus der Heizlastberechnung.
Maximale Effizienz und Garantie
Die richtige Wahl bei enger Bebauung und knappen Grenzabständen: extrem leiser Betrieb, höchste Jahresarbeitszahlen und Vorlauftemperaturen, mit denen auch der Altbau ohne Heizkörpertausch auskommt. Dazu eine ausgereifte Anbindung an Hausautomation und PV-Überschusssteuerung.
Skandinavische Pioniere — extrem leise, höchste JAZ
Schweden heizt seit Jahrzehnten mit Wärmepumpen. NIBE liefert höchste Jahresarbeitszahlen, sehr niedrige Schallwerte und eine ausgereifte Einbindung in die Hausautomation.
| SCOP | bis 5,3 |
|---|---|
| Schallwert | ab 35 dB(A) in 2 m |
| Kältemittel | R290 (Propan) |
| Regelung | myUplink, Smart-Home-fähig |
Österreichische Premium-Technik für den Bestand
Spezialist für hohe Vorlauftemperaturen — damit auch dann geeignet, wenn im Altbau die vorhandenen Heizkörper bleiben sollen. Sehr langlebige, servicefreundliche Konstruktion.
| Vorlauftemperatur | bis 75 °C |
|---|---|
| SCOP | bis 5,0 |
| Bauformen | Luft / Sole / Wasser |
| Besonderheit | Altbau-tauglich |
Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis
Der deutsche Standard und in den meisten Sanierungen die wirtschaftlichste Antwort. Natürliches Kältemittel R290, flächendeckender Werkskundendienst und schnelle Ersatzteilversorgung — im Servicefall nach zehn Jahren ist genau das entscheidend. Fördertechnisch unkritisch und langfristig sicher.
Der deutsche Standard — zukunftssicher mit R290
Marktführer im deutschen Handwerk. Natürliches Kältemittel R290 (Propan), hohe Vorlauftemperaturen und ein flächendeckender Werkskundendienst — im Servicefall ein entscheidender Vorteil.
| Kältemittel | R290 (Propan) |
|---|---|
| Vorlauftemperatur | bis 75 °C |
| SCOP | bis 4,7 |
| Schallwert | ab 54 dB(A) in 1 m |
System aus einer Hand — PV, Speicher und Wärme
Wenn Photovoltaik und Wärmepumpe gemeinsam geplant werden, spielt Viessmann seine Stärke aus: ein System, eine App, ein Ansprechpartner — inklusive intelligenter Eigenstromnutzung.
| Kältemittel | R290 (Propan) |
|---|---|
| Vorlauftemperatur | bis 70 °C |
| SCOP | bis 4,8 |
| Besonderheit | Systemintegration PV + WP |
Bewährte Technik, bester Preis
Kompakt, kosteneffizient und schnell installiert. Ideal im Neubau mit Fußbodenheizung und niedriger Vorlauftemperatur oder dort, wo der Aufstellplatz begrenzt ist. Solide Serientechnik zu einem Einstiegspreis, bei dem die Förderquote den Eigenanteil besonders stark senkt.
Solide, schnörkellose Heiztechnik aus Bayern
Kompakte Monoblock-Bauweise, unkomplizierte Installation und ein sehr faires Preisniveau. Wolf produziert in Mainburg — kurze Wege bei Service und Ersatzteilen.
| Kältemittel | R290 (Propan) |
|---|---|
| Vorlauftemperatur | bis 65 °C |
| SCOP | bis 4,6 |
| Bauform | Monoblock |
Weltweite Klimatechnik-Erfahrung, kompakt und effizient
Daikin bringt Jahrzehnte Erfahrung aus der Klimatechnik mit. Die Altherma-Serie ist kompakt, effizient und optional auch zur Kühlung im Sommer nutzbar.
| SCOP | bis 4,6 |
|---|---|
| Vorlauftemperatur | bis 65 °C |
| Zusatzfunktion | Kühlbetrieb möglich |
| Bauform | Monoblock / Split |
Moderne Außeneinheiten liegen im Nachtbetrieb bei etwa 30 bis 40 dB(A) in drei Metern Entfernung — vergleichbar mit einem leisen Kühlschrank. Entscheidend ist nicht der Prospektwert, sondern der Pegel am Fenster des Nachbarn. Wir rechnen das vor der Bestellung durch und halten die Nachtwerte der TA Lärm ein (im allgemeinen Wohngebiet 40 dB(A)). Wo es eng wird, hilft ein anderer Aufstellort, eine Schallschutzhaube oder ein Gerät mit Nachtabsenkung des Verdichters.
In den meisten Fällen ja. Entscheidend ist nicht die Art der Heizflächen, sondern die nötige Vorlauftemperatur. Viele Bestandsgebäude mit Plattenheizkörpern kommen nach hydraulischem Abgleich mit 45 bis 55 °C aus — das ist gut machbar. Reicht es nicht, tauschen wir gezielt einzelne Heizkörper gegen größere oder gegen Niedertemperatur-Modelle. Das ist fast immer günstiger als eine Fußbodenheizung nachzurüsten.
Luft-Wasser-Wärmepumpen arbeiten bis etwa minus 20 °C, mit reduzierter Effizienz. Bei richtiger Auslegung deckt der elektrische Heizstab nur wenige Prozent der Jahresarbeit ab — an den kältesten Tagen. Wichtig ist der sogenannte Bivalenzpunkt: Er legt fest, ab welcher Außentemperatur zugeheizt wird. Wir weisen ihn im Angebot aus. Zusätzlich fährt das Gerät periodisch einen Abtauzyklus, um Reif am Verdampfer zu lösen — das kostet einige Prozent Jahresarbeitszahl und ist in unseren Berechnungen bereits berücksichtigt.
Die Faustformel lautet: Jahreswärmebedarf geteilt durch die Jahresarbeitszahl. Bei 18.000 kWh Wärmebedarf und JAZ 3,6 sind das rund 5.000 kWh Strom im Jahr — also grob das Anderthalbfache eines durchschnittlichen Haushaltsstromverbrauchs, aber zum günstigeren Wärmepumpentarif. Ein separater Zähler oder ein Zweitarifzähler ist dafür Voraussetzung; die Anmeldung erledigen wir.
Ja, aber anders als viele erwarten. Im Winter, wenn die Wärmepumpe am meisten verbraucht, liefert die PV-Anlage am wenigsten. Realistisch deckt eine typische 10-kWp-Anlage etwa 20 bis 30 Prozent des Wärmepumpenstroms direkt ab — vor allem in den Übergangsmonaten und für die Warmwasserbereitung. Mit intelligenter Überschusssteuerung, die den Pufferspeicher bei Sonnenschein etwas höher lädt, lässt sich der Anteil steigern. Wir planen beides gemeinsam, siehe Photovoltaik & Stromspeicher.
Deutlich weniger als eine Verbrennungsheizung. Es gibt keine Verbrennung, keinen Schornstein, keinen Schornsteinfeger und keine Abgasmessung. Wir empfehlen eine jährliche Wartung mit Sichtprüfung, Verdampferreinigung, Druck- und Filterkontrolle sowie Auslesen der Betriebsdaten — Größenordnung 150 bis 250 € pro Jahr. Bei R290-Monoblocks entfällt die gesetzliche Dichtheitsprüfung für F-Gase vollständig.
Außen: eine Stellfläche von grob 1,2 × 0,8 m plus Freiraum vor dem Luftaustritt und den herstellerdefinierten Schutzbereich bei R290. Innen: etwa 0,6 bis 1,0 m² für die Inneneinheit und zusätzlich Platz für den Warmwasserspeicher (typisch 200 bis 300 Liter) sowie gegebenenfalls einen Pufferspeicher. In der Praxis reicht der bisherige Heizungsraum fast immer aus — nach dem Ausbau des Öltanks entsteht sogar Platz.
Erfahrungswerte liegen bei etwa 15 bis 20 Jahren, bei Sole-Wasser-Anlagen eher am oberen Rand. Die Erdwärmesonde selbst ist praktisch wartungsfrei und auf 50 Jahre und mehr ausgelegt — bei einem späteren Gerätetausch wird nur die Wärmepumpe getauscht, nicht die Quelle. Lebensdauerkiller Nummer eins ist das Takten durch Überdimensionierung. Deshalb legen wir lieber knapp und rechnerisch sauber aus als großzügig auf Verdacht.
Ein Vor-Ort-Termin von etwa 90 Minuten, eine ehrliche Einschätzung und eine nachvollziehbare Zahl — inklusive Ihrer Förderquote. Wenn eine Wärmepumpe bei Ihnen nicht die beste Lösung ist, sagen wir Ihnen das genauso deutlich.